Mittwoch, 9. März 2011

Wettlauf gegen die Zeit


Ich werde den Eindruck nicht los, ständig der Zeit hinterher rennen zu müssen. Am Sonntag kurz vor Mittag sind noch die letzten Änderungen für die Verkleidungen der Mädels für den Fasnachtsumzug entstanden. Die Pippi Langstrumpf brauchte noch Strapshalter angenäht an die blaue kurze Hose, um ihre Strümpfe zu befestigen. Die Hexe brauchte noch einen Rock unter ihrem Hexengewand mit Flicken... (Leider habe ich nur Fotos mit den Gesichtern unserer Töchter gemacht, Gesichter möchte ich aber nicht ins www stellen)

Die Kindertagesstätte, in der ich arbeite, ist im lokalen Altersheim eingemietet. Diese Art von Zusammenleben im Mehrgenerationenhaus bietet natürlich immer wieder nette Gelegenheiten, sich zu begegnen und sich kennenzulernen. Gestern Nachmittag bekamen wir in der Kindergruppe lieben Besuch von 3 Bewohnerinnen.
Ich wollte die "Wurzelkinder" von Sibylle von Olfers erzählen; es hätte ja sein können, dass die alten Damen die Bilder schon in ihrer Kindheit kannten. Drei kleine Blumenkinder habe ich mal von hier geschenkt bekommen.
Mit der wenigen Zeit, die ich noch zur Verfügung hatte (Montag Abend und gestern Morgen ein paar wenige Stunden), fand ich, dass es reichen müsste, wenn ich noch ein braunes Wurzelkind, ein Gräserkind und Mutter Erde herstellen würde. Mit diesen wenigen Figuren könnte ich die Geschichte wohl in einem kleinen Tischtheater vor spielen. Für Wurzelkind und Gräserkind habe ich den Montag Abend eingesetzt. Für Mutter Erde hatte ich etwas mehr als eine knappe Stunde zur Verfügung, eine sehr schnelle Lösung musste also her, auf die Gefahr hin, dass sie wenig korrekt und unbefriedigend ist...
Zum Beispiel eine PET-Flasche mit Taille als Grundform - Pfeifenputzerarme angeklebt und mit Wolle umwickelt - Flasche für guten Stand (Mutter Erde soll ja bodenständig daherkommen) mit Kieselsteinen beschwert, den Kies habe ich in Polyester-Stopfwatte gehüllt (damit Mutter Erde nicht rasselt) -
Kopf mit Tricot genäht - Flasche mit Lochzange gestanzt - Hals an die Flasche genäht -
Gesicht mit wasserfestem Filzer gemalt - Puppenhaar mit Textilkleber angeklebt - Flaschenkörper mit Wollvlies umwickelt und zusammengenadelt (bei mehr Zeit hätte ich den Körper natürlich nass umfilzt, das Vlies hält ja beim Bespielen nicht lange zusammen) - Schürze und Kopftuch aus altem Leinen gezickzackelt - zum Bus gerannt - im Bus das Leinen noch von Hand festgenäht und grade noch rechtzeitig fertisch... (warum tue ich mir das eigentlich immer wieder so knapp an??? ich kann ja eigentlich unter Zeitdruck nicht kreativ arbeiten...)
Naja, um anatomische Korrektheiten (Schulterpartie, Busen etc.) konnte ich mich leider nicht mehr kümmern, aber gespielt wurde später mit den Figuren noch heftig und gerne...
Nach der Geschichte haben wir übrigens gemeinsam Maiglöckchen-Zwiebeln eingepflanzt für unseren Altersheim-KiTa-Garten und zusammen Zvieri gegessen. Es war sehr gemütlich, eine schöne Begegnung...
Herzliche Grüsse,
Dana

Kommentare:

  1. LIebe Dana,
    Du das ist aber soooo eine tolle Idee und die Mutter Erde sieht so lieb aus. Ich glaube wenn Du mehr Zeit gehabt hättest wäre sich nicht so *natürlich* geworden....sie ist eine tolle Mutter Erde...gerne wäre ich dabei gewesen und hätte der supersüssen Geschichte zugehört.
    GllG
    Hanni

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  2. Liebe Dana,
    irgendwie kommt mir das Gehetzte bekannt vor ;o)) ja, man sollte sich wirklich irgendwie entschleunigen, aber wie? Ich kenne diese Tage auch, wo man 6 Hände bräuchte, und glaub mir, wenn die Kinder größer sind, wird das nicht besser.
    Vielleicht bürden wir Frauen uns einfach zu viel auf und sagen zu selten NEIN, bei den vielen Anfragen die täglich kommen.
    Jedenfalls finde ich die Mutter Erde irgendwie total klasse und die Idee mit der Flasche ist echt witzig!!!Hast du super gemacht!!!
    Ganz liebe Grüße von mir!!!Herzlichst♥, cornelia

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Danke für Deine lieben Worte ♥ ich freu mich sehr darüber ☺